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Erntehelfer


Bei Erntehelfern handelt es sich um Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsrecht in Österreich, denen eine Beschäftigungsbewilligung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz erteilt wurde (Geltungsdauer von höchstens sechs Wochen). 

Bezüglich der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung gelten Erntehelfer als Dienstnehmer. Neben den Sozialversicherungsbeiträgen - Krankenversicherung (KV), Unfallversicherung (UV) und Arbeitslosenversicherung (AV) - sind auch die (Land-)Arbeiterkammerumlage (LK bzw. AK) und der Zuschlag nach dem Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IE) zu entrichten. Wohnbauförderungsbeitrag (WF) fällt keiner an. Für Erntehelfer besteht, sofern ein Arbeitsverhältnis länger als einen Monat dauert, die Verpflichtung Beiträge zur Betrieblichen Vorsorge (BV) zu entrichten. 

Info

Erntehelfer im Sinne des § 5 Abs. 1 Z 2 Ausländerbeschäftigungsgesetz sind von der Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung ausgenommen.


Für die Abrechnung der Erntehelfer in der Land- und Forstwirtschaft mittels Beitragsnachweisung ist die Beitragsgruppe A11l (KV: 7,65 %, UV: 1,30 %, AV: 6,00 %, LK: 0,75 %, IE: 0,35 %) zu verwenden. In den Bundesländern Wien und Burgenland ist anstelle der Landarbeiterkammerumlage (LK) die Arbeiterkammerumlage (AK) in der Höhe von 0,50 % zu entrichten. Jedoch nur dann, wenn mehr als zehn Dienstnehmer beschäftigt werden oder wenn in einem Großbetrieb eine dauernde Verwendung mindestens einer Arbeitskraft mit abgeschlossener landwirtschaftlicher Mittelschulbildung erforderlich ist (§ 1 Abs. 2 lit. b Arbeiterkammergesetz 1945).

Für Erntehelfer in einem Gewerbebetrieb ist die Beitragsgruppe A11 (KV: 7,65 %, UV: 1,30 %, AV: 6,00 %, AK: 0,50 %, IE: 0,35 %) vorgesehen. Ob es sich bei den beschäftigten Personen um von der Pensionsversicherung ausgenommene Erntehelfer handelt, ist der Beschäftigungsbewilligung, die als Passvignette ("Saisonvignette") vom Arbeitsmarktservice (AMS) ausgestellt wird, zu entnehmen. 

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Arbeitsmarktöffnung

Durch die Öffnung des Arbeitsmarktes per 1.5.2011 bzw. 1.1.2014 gilt für Arbeitnehmer aus Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Folglich ist keine Erntehelferbewilligung mehr notwendig und wird auch vom Arbeitsmarktservice nicht mehr ausgestellt. Das bedeutet aber, dass diese Arbeitnehmer mangels "Erntehelferbewilligung" aus ausländerbeschäftigungsrechtlicher Sicht nicht mehr als Erntehelfer qualifiziert werden können. Sie unterliegen daher als landwirtschaftliche Hilfsarbeiter (Beitragsgruppe A1L) bzw. im gewerblichen Bereich als Arbeiter (Beitragsgruppe A1) der Vollversicherungspflicht.

Lediglich Erntehelfer aus Kroatien - diese sind ja noch bis zum Ende der Übergangsbestimmungen (längstens bis 30.6.2020) hinsichtlich ihrer Arbeitnehmerfreizügigkeit beschränkt - können, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, weiterhin als Erntehelfer angemeldet und ohne Pensionsversicherungsbeitrag in den Beitragsgruppen A11l bzw. A11 abgerechnet werden. Dies gilt auch für Staatsangehörige von Drittstaaten.

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Zusammenfassung

Für die Meldung und Abrechnung von Erntehelfern ersuchen wir nachstehend angeführte Punkte zu berücksichtigen:

  • Es muss jedenfalls eine Beschäftigungsbewilligung des Arbeitsmarktservice lautend auf  "Erntehelferbewilligung" vorliegen. Diese ist vom Arbeitgeber zu beantragen.
  • Des Weiteren darf das Beschäftigungsausmaß des Erntehelfers von durchgehend 20 Wochenstunden nicht unterschritten werden. 
  • Es ist keine geringfügige Beschäftigung als Erntehelfer möglich. Somit darf das monatliche Gesamtentgelt die Geringfügigkeitsgrenze (2019: EUR 446,81) nicht unterschreiten. Bei einem Entgelt unter der Geringfügigkeitsgrenze handelt es sich nicht mehr um einen Erntehelfer im Sinne des Ausländerbeschäftigungsgesetzes. In diesem Fall ist daher keine Anmeldung als Erntehelfer, sondern als geringfügig beschäftigter Arbeitnehmer zu erstatten. Diese Anmeldung ist der regionalen Geschäftsstelle des AMS mitzuteilen.
  • Es ist darauf zu achten, dass der kollektivvertraglich geregelte Mindestlohn eingehalten wird und auf der Meldung der Monatslohn sowie die Anzahl der Wochenstunden bekannt gegeben werden.
  • Fallweise bzw. tageweise Beschäftigte (kombinierte An- und Abmeldung) werden als landwirtschaftliche Hilfskräfte eingestuft.