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Neue Zusammenarbeitsformen für niedergelassene Ärzte

Flexible Kooperationsmodelle für den niedergelassenen Bereich

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Die Tiroler Gebietskrankenkasse und Ärztekammer für Tirol stellten beim Forum Alpbach Neuerungen und Möglichkeiten für Ärzte im niedergelassenen Bereich vor. Die Kassenverträge wurden neu gestaltet und damit flexibler sowie attraktiver gemacht.

Gemeinsam versorgen, wo Menschen zuhause sind

Niedergelassene Ärzte, insbesondere Hausärzte, spielen eine zentrale Rolle in der gesundheitlichen Versorgung Tirols: Hausärztinnen und Hausärzte zeichnen sich seit jeher für die Primärversorgung verantwortlich. Sowohl im urbanen Bereich aber gerade auch im ländlichen Raum sind die niedergelassenen Ärzte ein wichtiger Standortfaktor – sie machen mit die Attraktivität eines Ortes aus. Die steigende Lebenserwartung, die starke Gesundheitsorientierung der Tiroler Bevölkerung und das Bedürfnis der Patienten nach Gespräch und Zuwendung erfordert ein Mehr an ärztlichen Leistungen vor Ort. Der Hausarzt als primärversorgende Koordinationsstelle wirkt in alle soziale Netzwerke vor Ort. Diese wohnortnahe Patientenversorgung in ländlichen Regionen muss auch in Zukunft gesichert sein.

Verbesserte Rahmenbedingungen für mehr Lebensqualität

Die Tiroler Gebietskrankenkasse und die Ärztekammer für Tirol wissen um diese Bedürfnisse und Notwendigkeiten. Deshalb wurden die Kassenverträge neu gestaltet und flexibler sowie attraktiver gemacht. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance, attraktive und leistungsorientierte Honorierung familienfreundliche Ordinationszeiten und verbesserte Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Ärzten standen dabei im Fokus und bringen letztlich den Ärztinnen und Ärzten, aber insbesondere den Patienten mehr Lebensqualität und Gesundheit.

Aus diesem Grund wurde nun ein weitreichendes Maßnahmenpaket für die Jahre 2016 bis 2018 beschlossen:

  • Mehr Honorar: Um 14,3 € Millionen wurde das Honorarvolumen und damit die Attraktivität der vertragsärztlichen Tätigkeit erhöht  – nicht zuletzt wird dadurch die Versorgung, insbesondere im allgemeinmedizinischen Bereich sichergestellt und gestärkt.
  • Ausbau der Mindestordinationszeit: Auch Verbesserungen in der Erreichbarkeit bzw. Versorgungswirksamkeit bringt diese Mehrinvestition mit sich, da die wöchentliche Mindestordinationszeit auf 22 Wochenstunden angehoben wird. Daneben wurde die Gesprächsmedizin in den Fokus gerückt.
  • Zusätzliche Ärztestellen: Auch Stellenplanänderungen wurden beschlossen: So wurden insgesamt fünf neue Kassenstellen in Wörgl (Orthopädie und
    Neurologie), Innsbruck (Lungenheilkunde), Hall (Augenheilkunde) und Telfs (Urologie) geschaffen. Eine Vertragsstelle für Psychiatrie wird von Landeck nach Zams verlegt. 
  • Leistungsorientiertere Honorierung:  Die Punktestaffel, die maßgeblichen Einfluss auf die Honorierung nimmt, wurde geändert. Ein Mehr an Leistung wird dadurch entsprechend honoriert.
  • Attraktive Zusammenarbeitsformen: Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Ärzten wurden verbessert, bereits bestehende Zusammenarbeitsformen wurden adaptiert und neue Kooperationsmodelle eingeführt.

Verbesserte Möglichkeiten der Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten

  • Partnerpraxis: Eine Partnerpraxis ermöglicht es einem Arzt, sich durch einen weiteren Arzt vertreten zu lassen. Insbesondere Kassenärzten, die kurz vor der Pension stehen oder die sich aufgrund sonstiger Verpflichtungen oder Umstände vertreten lassen möchten, kommen diese neuen Zusammenarbeitsmodelle entgegen.

  • Teilpraxis: Eine Teilpraxis ermöglicht die Teilung einer Kassenstelle. Zwei Ärzte können sich dadurch einen Vertrag teilen, beide tragen die (unternehmerische) Verantwortung für die Ordination. Auch dieses Kooperationsmodell ermöglicht eine Entlastung für Kassenärzte.

  • Gruppenpraxis: Die Gründung einer Gruppenpraxis schafft die Möglichkeit für  eine Ärzte-Gesellschaft in Form einer GmbH oder OG.     
     

Einzelheiten zu diesen neuen Zusammenarbeitsformen unter linkärztliche Gesamtverträge | kurative Gesamtverträge


TGKK-Direktor Dr. Arno Melitopulos, Ärztekammer-Präsident Dr. Artur Wechselberger und TGKK-Obmann Werner Salzburger (v. l. n. r.) TGKK-Direktor Dr. Arno Melitopulos, Ärztekammer-Präsident Dr. Artur Wechselberger und TGKK-Obmann Werner Salzburger (v. l. n. r.). © by un attimo photographie


Die TGKK sichert mit ihren Vertragspartnern die Versorgung von über 575.000 Versicherten und somit 80 Prozent der Tiroler Bevölkerung. Mit rund 1.800 Vertragspartnern ist eine gute und flächendeckende medizinische Betreuung in ganz Tirol gesichert. Für ihre Kunden ist die TGKK über das Kundencenter Innsbruck und die zehn Servicestellen in ganz Tirol erreichbar. In den Ambulatorien der Servicestellen Reutte, Wörgl, Schwaz und Innsbruck sorgen hochqualifizierte Mitarbeiter für zahnmedizinische Versorgung. Darüber hinaus kümmern sich im Haus der Gesundheit in Innsbruck rund 80 spezialisierte Mitarbeiter um die Bereiche Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie. 


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