DRUCKEN

5. BGF-Enquete "Digitalisierung und die Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt"

TGKKEnquete.jpg

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein wichtiger Schwerpunkt der Tiroler Gebietskrankenkasse. Mehr als 170 Betriebe aus ganz Tirol setzen bereits auf aktive Gesundheitsförderung im eigenen Unternehmen.

 

„Bei dem ganzen Digitalisierungswahn sollten die Unternehmen nicht auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter als wichtigste Ressource vergessen“, steht für Unternehmensberater Dr. Christian Scharinger fest. Die Entwicklung der Krankenstandstage ist ein wichtiger Indikator. Mit durchschnittlich zwölf Tagen liegt das Bundesland Tirol im unteren Drittel. Scharinger: „Dabei steigen die Anforderungen und damit die Überforderung bei den Mitarbeitern. Bei langen Ausfällen von mehr als 90 Tagen steigt auch das Risiko einer Invalidisierung um 60 Prozent.“

 

Tatsache ist: Die digitalen Trends verändern die Arbeitswelt. Kaum ein Bereich bleibt davon unberührt. Eine Studie der Universität St. Gallen zeigt, dass die Digitalisierung mit erhöhten Konflikten zwischen Familie und Freizeit sowie mit emotionaler Erschöpfung einhergeht. Gleichzeitig ergeben sich mit der Digitalisierung auch Chancen. Umso wichtiger sind klare Strategien und Konzepte in den Betrieben, um Beschäftigte auf lange Sicht gesund zu erhalten und ihre Kompetenzen zu fördern.

 

Die Vortragsunterlagen von Dr. Christian Scharinger finden Sie linkhier. (3.7 MB) 

 

Über 55.800 Mitarbeiter profitieren

Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen standen heuer im Mittelpunkt der 5. BGF-Enquete. Über 300 interessierte Vertreter aus der Tiroler Wirtschaft haben sich wertvolle Impulse für mehr Gesundheitsförderung im eigenen Betrieb geholt. In Tirol profitieren bereits 55.838 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 170 Unternehmen von den vielfältigen Angeboten und Programmen. 30 Tiroler Betriebe tragen bereits das Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung, 15 Unternehmen engagieren sich aktuell für das BGF-Gütesiegel.

 

TGKK-Obmann Werner Salzburger: „Die Gesundheitsförderung - von der Schule bis in die Betriebe - ist ein wichtiges strategisches Ziel. Wir investieren jedes Jahr mehr als 15 Mio. Euro im Rahmen unserer verschiedenen Vorsorgeprogramme und zählen damit zu den absoluten Spitzenreitern in Österreich.“

„Betriebliche Gesundheitsförderung ist Teil einer modernen Unternehmensführung mit dem Ziel, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen, die Gesundheit zu stärken und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu verbessern“, ergänzt TGKK-Direktor Dr. Arno Melitopulos.

 

Aus der Krise

 

Über persönliches und berufliches Krisenmanagement referierte der bekannte Kriminalpsychologe Thomas Müller bei der BGF-Enquete.

 

Was ist eine Krise?

Müller: „Jeder von uns ist immer wieder mit belastenden Situationen konfrontiert, ob in der Arbeit, im Privatleben, aus gesundheitlichen oder monetären Gründen. Es ist keine Schande, eine Krise zu haben. Das Entscheidende ist, wie gehe ich richtig damit um. Hier gibt es bestimmte Gesetzmäßigkeiten und Hilfestellungen. Wenn man diese befolgt, kann ich über den Berg drüberkommen. Dazu braucht es jedoch die Bereitschaft, manchmal auch neue Wege zu gehen.“

 

Inwiefern sind Unternehmen hier in der Verantwortung?

Müller: „Es wäre falsch, die Gesamtverantwortung bei den Unternehmen zu suchen. Jeder ist aufgerufen, die Eigenverantwortung wahrzunehmen. Man macht es sich auch zu leicht, die Ursache allen Übels bei einer Bundesregierung oder den Trumps dieser Welt zu suchen. Natürlich ist eine gute Firma beraten, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Insofern begrüße ich die Initiative der TGKK für mehr Bewusstsein in dieser wichtigen Frage.“

 

Impressionen der Veranstaltung: