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Wo das starke Geschlecht noch schwach ist

TGKK-Auftaktveranstaltung zur Männergesundheit

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Innsbruck, 24.01.2019. Gemeinsam mit dem Tiroler Landesverband für Psychotherapie hat die TGKK kürzlich zur Auftaktveranstaltung im Rahmen des aktuellen Schwerpunkts zur Männergesundheit eingeladen. Männer leben nicht nur ungesünder, sie gehen auch weniger zum Arzt.  

„Die Tiroler Männer neigen zu Risikoverhalten“, weiß TGKK-Obmann Werner Salzburger: „Aus unseren Untersuchungen wissen wir, dass sie um mindestens ein Drittel weniger zum Arzt gehen als Frauen. Auch bei der Inanspruchnahme von Therapien sind die Männer fauler, am unteren Ende der Skala steht der Psychotherapeut.“

Im Gegensatz dazu sind drei Viertel aller Suizidtoten Männer. „Selbstfürsorge gilt nicht als männliche Stärke“, betont Mag. Romeo Bissuti, Leiter des Männergesundheitszentrum MEN in Wien. Dass die Lebenserwartung der Männer im Schnitt fünf Jahre unter jener der Frauen liegt, dass sie mehr Alkohol trinken, mehr rauchen, mehr Unfälle verursachen und sich weniger bewusst ernähren, liege weniger an den biologischen Unterschieden sondern an schädlichen Männerrollenbildern. Für den Psychotherapeuten steht fest: „Die klassischen Rollenbilder gilt es aufzubrechen. Es gibt kein stärkeres Geschlecht.  Selbstverständlich sind auch Männer anfällig für psychische Krankheiten.“

Männer stehen psychologischen Behandlungen nicht nur oft kritischer gegenüber, sondern sind auch im Fall von Suizidgedanken schwerer mit Hilfsangeboten erreichbar. Bissuti: „Der wichtigste und oft schwerste Schritt bei psychischen Problemen ist es sich Hilfe zu suchen. Wenn Männer lange Zeit ihre Nöte herunterschlucken und als „einsamer Cowboy“ alles mit sich selbst ausmachen, bedeutet das ein großes Risiko für die psychische Gesundheit.“

Gemeinsam mit dem Tiroler Landesverband und den regionalen Partnern hat die TGKK die Versorgung hier zuletzt deutlich ausgebaut. TGKK-Direktor Dr. Arno Melitopulos: „Unser Angebot von Therapeuten in Wohnortnähe, der niederschwellige Zugang über die psychosozialen Beratungsstellen oder die eigens eingerichtete Hotline sichern eine flächendeckende Versorgung. Insgesamt nehmen wir rund 7,5 Mio. Euro pro Jahr in die Hand.“

TGKK-Kampagne für Männergesundheit

Mit der neuen Initiative „Mander, bleibts g´sund“ will die TGKK 2019 wachrütteln. Die Veranstaltung am Freitagabend in der Villa Blanka war der Startschuss für zahlreiche weitere Aktivitäten übers ganze Jahr. Mit Schauspieler Gregor Bloéb, Fußballer Alessandro Schöpf und Kabarettist Franz Eberharter unterstützen drei prominente Köpfe die Initiative. Mehr Information und Termine gibt es unter: www.mander.tirol 

 

Bildunterschrift (Foto: TGKK) 

Im Einsatz für die Männergesundheit (von rechts): Christian Putschner (TGKK), Romeo Bissuti (MEN), Bernhard Hungsberger (Landesverband für Psychotherapie), Martin Christandl (Verein Mannsbilder), Franz Eberharter und Gerhard Wagner (Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung) stellten sich den Fragen von Georg Mahnke.