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Mobiles Palliativteam in den Bezirken Imst und Landeck gestartet

Flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung  seit September in ganz Tirol


Ende November wurde das neue Mobile Palliativteam für die Bezirke Imst und Landeck der Öffentlichkeit präsentiert. Seit Anfang September hat das Team aus ÄrztInnen, Pflegepersonen und Seelsorge die Arbeit aufgenommen. „Mit diesem Angebot können wir nun auch Menschen mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankungen aus den Bezirken Imst und Landeck zu Hause in ihren eigenen vier Wänden optimal versorgen. Ab sofort ist ganz Tirol angebunden“, freut sich LR Bernhard Tilg über die finale Ausrollung des Programmes Hospiz- und Palliativversorgung in den Bezirken Imst und Landeck.

„Ambulant vor stationär lautet auch hier unser Credo. Damit reiht sich die Hospiz- und Palliativversorgung Tirol nahtlos in eine Reihe von Versorgungsprogrammen ein, die eine wohnortnahe, patientenbasierte, ambulante Versorgung gewährleisten. Mit der Ausrollung auf die Bezirke Imst und Landeck können wir nun tirolweit allen Menschen in unserem Bundesland, unabhängig von der geographischen Lage, dieselbe Versorgung zukommen lassen“, betont Tilg. Dies bekräftigt auch Arno Melitopulos, Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK): „Es ist das Ziel, schwerkranken und sterbenden Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ein Daheim-Sein bis zuletzt und den Erhalt einer angemessenen Lebensqualität zu ermöglichen. Die dafür erforderliche umfassende und wohnortnahe Versorgung liegt den Tiroler Krankenversicherungsträgern besonders am Herzen.“

Die Erfahrungen aus den anderen Bezirken konnten hier bereits einfließen und einen optimalen Start gewährleisten. „Der größte Teil der Menschen, die zu Hause sterben wollen, sind bereits jetzt durch die HausärztInnen, Sozial- und Gesundheitssprengel, die Altenwohn- und Pflegeheime sowie engagierte Angehörige exzellent begleitet worden“, betont der ärztliche Direktor des Krankenhauses Zams, Primar Ewald Wöll, und weiter: „Das Mobile Palliativteam ist ein spezialisiertes Team und kommt bei komplexen Situationen, sei es in medizinischer, pflegerischer oder psychosozialer Hinsicht, unterstützend dazu. Das Miteinander mit den bestehenden Strukturen steht im Vordergrund.“ Das Team in Zams startete mit speziell ausgebildeten ÄrztInnen, diplomierten Pflegekräften und der Seelsorge, die sich derzeit fünf Vollzeitstellen teilen. Ein Ausbau inklusive einer Rufbereitschaft auf Pflegeebene ist im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 vorgesehen. Das Palliativteam ist als Mobiles Team bei Betroffenen zu Hause tätig, aber auch als Palliativkonsiliardienst im stationären Bereich.

Lebensqualität sichern und verbessern

„Im Mittelpunkt von Hospiz und Palliative Care stehen schwer kranke, sterbende Menschen mit ihren Angehörigen und ihren Bedürfnissen. Das Ziel der ganzheitlichen Betreuung und Begleitung ist die bestmögliche Lebensqualität“, erklärt Sr. Barbara Flad, Leiterin der Seelsorge am Krankenhaus Zams. Auch Primar Wöll schlägt in dieselbe Kerbe: „Die Medizin befindet sich gerade in der Hospiz- und Palliativversorgung immer stärker im Zwiespalt. Einerseits sind wir als Ärzte verpflichtet lebensverlängernde Maßnahmen zu setzen, aber andererseits steht gerade bei der Palliativversorgung die Lebensqualität des Patienten an erster Stelle. Das Palliativteam steht genau in solchen Fragen unterstützend zur Seite.“

Neue Versorgungsmethoden

„Dieses Versorgungsprogramm ist in zweierlei Hinsicht eine sehr positive Entwicklung für die Bezirke Imst und Landeck“, betont Bgm Siegmund Geiger, Obmann Gemeindeverband Krankenhaus St. Vinzenz: „Einerseits ist es mir als Bürgermeister der Gemeinde Zams ein großes Anliegen, dass die Menschen in jeder Gemeinde gut versorgt sind. Andererseits bin ich als Obmann des Gemeindeverbands St. Vinzenz sehr dankbar, dass dieses Programm nun in unseren zwei Bezirken eingeführt wurde, da es zu einer Entlastung und Unterstützung des Krankenhauses, also der stationären  Pflege beiträgt.“

Auch Primar Wöll ist von der Sinnhaftigkeit des Programmes überzeugt: „Für die Bezirkskrankenhäuser stellt die Integrierte Versorgung von PatientInnen eine Öffnung hin zu neuen Versorgungsmethoden dar. Das bedeutet natürlich eine Unterstützung für unsere Arbeit aber auch neue Aufgaben warten damit auf uns. Wir haben nun neben HerzMobil ein zweites Mobiles Team im Haus, das nach draußen geht, um PatientInnen vor Ort zu versorgen und zu begleiten.“

Hilfe in schwierigen Lebenssituationen

Die Hospiz- und Palliativversorgung Tirol ist eine Initiative des Landes Tirol und der Tiroler Sozialversicherungsträger. Mit der Koordination wurde die Koordinationsstelle Hospiz- und Palliativversorgung am Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV Tirol) beauftragt. Gemeinsam mit den Tiroler Krankenanstalten werden so die Versorgungsstrukturen in allen Bezirken und auch den entlegenen Regionen Tirols gewährleistet.

Ab sofort steht die neue Versorgungsstruktur aus Mobilen Palliativteams sowie Palliativkonsiliardiensten, die in den Krankenhäusern unterstützend tätig sind, allen Tirolerinnen und Tirolern zur Verfügung. „Ebenso gibt es die Möglichkeit einer Integrierten Palliativbetreuung (IPB)“, erklärt TGKK-Direktor Melitopulos, und weiter: „Ein Modell das geschaffen wurde, um Betroffene mit einem komplexen Betreuungsbedarf zu Hause zu unterstützen. Das heißt HausärztInnen oder KinderärztInnen erhalten für den erhöhten Koordinationsaufwand eine zusätzliche Pauschale, währenddessen PatientInnen ohne finanzielle Belastung täglich bis zu drei Stunden Hauskrankenpflege in Anspruch nehmen können.“ Die IPB kann für 28 Tage in Anspruch genommen werden, mit Option auf Verlängerung.

„Das neue Versorgungsprogramm ist eine wichtige Ergänzung zu den bereits bestehenden Einrichtungen. Nur so können wir höchste Lebensqualität bis zuletzt für schwer kranke sterbende Menschen in allen Regionen Tirols gewährleisten“, betont LR Bernhard Tilg.