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Psychotherapeutische Versorgung in Tirol vor Ausbau

TGKK und ihre Partner präsentieren "Tiroler Modell"

Die TGKK beim Forum Alpbach 2017

Alpbach, 22.08.2017. Seit 2014 treibt die TGKK mit ihren regionalen Partnern den Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung in Tirol voran. Der qualitative und quantitative Ausbau steht dabei im Vordergrund sowie ein möglichst niederschwelliger, einfacher Zugang zu den Angeboten. Gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung, dem Tiroler Landesverband für Psychotherapie sowie der Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung Tirols wurde eine erste Bilanz gezogen, aktuelle Maßnahmen veranschaulicht und die Entwicklung für die kommenden Jahre präsentiert.

Gemeinsam für mehr psychische Gesundheit

Unsere Gesellschaft befindet sich im ständigen Wandel, psychische Erkrankungen in der Bevölkerung nehmen zu. Das Spektrum dieser Erkrankungen reicht dabei von depressiven Störungen, Angststörungen, Psychosen, Ess-Störungen, Suchterkrankungen bis hin zu Demenz. Dr. Alexander Biach, Vorsitzender des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung veranschaulicht den Bedarf: „Eine Ist-Analyse der Sozialversicherung zur Situation der Versorgung psychisch kranker Menschen in Österreich im Jahr 2011 zeigt auf, dass 900.000 Österreicher und Österreicherinnen im Laufe eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen sind.“

Darauf reagiert nun die Tiroler Gebietskrankenkasse – Obmann Werner Salzburger appelliert: „Der TGKK ist die psychische Gesundheit ein zentrales Anliegen. Ein niederschwelliger, möglichst wohnortnaher Zugang für Betroffene kann bei sich anbahnenden psychischen Problemen die Entwicklung zu schweren psychischen Störungen verhindern helfen.“

Das „Tiroler Modell“ – eine Erfolgsgeschichte

Das Tiroler Modell startete bereits 1994 als Pilotprojekt. Das Ziel: die Bereitstellung und Sicherstellung von psychotherapeutischer Behandlung in Tirol durch Mitglieder des Vereins Tiroler Landesverband für Psychotherapie (TLP) in freiberuflicher Tätigkeit. Die Koordination, Begutachtung sowie die finanzielle Abwicklung läuft dabei bis heute über die Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung Tirols (Ges. f. P.V.T.).

Primar Dr. Harald Meller, Vorsitzender der Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung Tirol, zieht Bilanz: „In den letzten 20 Jahren konnten so insgesamt über 16.500 Personen behandelt werden, die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt ca. 17 Monate. Die Zufriedenheit mit der psychotherapeutischen Behandlung ist generell sehr hoch – glücklicherweise sind die Vorbehalte in der Bevölkerung in den letzten Jahren deutlich geringer geworden.“ Psychotherapie sei zu einer sehr ernstzunehmenden und ernstgenommenen Kraft im Feld der Gesundheitsberufe geworden.


Psychotherapie-Pakete & Maßnahmen für Jung & Alt – einfacher Zugang     

Der Direktor der TGKK, Dr. Arno Melitopulos präsentierte verschiedene Maßnahmen, die TGKK-Versicherten aller Altersgruppen zur Verfügung stehen: 

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  • Psychosoziale Beratungsstellen
  • Kinder&Jugend-Paket
  • Erwachsenen-Paket


 

Die präsentierten Maßnahmen umfassen sowohl Therapieplätze in Form von Einzel- oder Gruppentherapien, aber auch zusätzliche Investitionen sowie patienten-orientierte Initiativen, die auf dem Erfahrungsschatz der Praktiker basieren.
Um einen möglichst niederschwelligen und einfachen Zugang für Betroffene zu ermöglichen, erfolgt der Einstieg in die Versorgung über eine Hotline, die von der Gesellschaft für P.V.T. betreut wird. TGKK-Direktor Dr. Arno Melitopulos verdeutlicht die Vorteile dieses Modells: „Das Angebot von Therapeuten in Wohnortnähe, der niederschwellige Zugang über die psychosozialen Beratungsstellen oder die eigens eingerichtete Hotline sichern die flächendeckende Versorgung. Zudem bekommen Patienten fundierte Diagnostik und eine genaue Therapieplanung – Betroffene erhalten, was für sie in therapeutischer Hinsicht optimal geeignet ist.“ Der jährliche Aufwand der TGKK für die psychotherapeutische Versorgung (als Sachleistung) beläuft sich auf 7,5 Mio. Euro.

Regionale Partner

Der stetige Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung wird in Tirol insbesondere mit dem TLP sowie der Ges. f. P.V.T. forciert. Dr. Verena Berger-Kolb, Vorsitzende des Tiroler Landesverbandes für Psychotherapie (TLP) befürwortet das Engagement: „Die präsentierten Angebote und Maßnahmen sind nicht zuletzt eine Aufwertung der Psychotherapie – seitens dem Tiroler Landesverband begrüßen wir die Maßnahmen und den Ausbau.“




Die TGKK sichert mit ihren Vertragspartnern die Versorgung von über 575.000 Versicherten und somit 80 Prozent der Tiroler Bevölkerung. Mit rund 1.800 Vertragspartnern ist eine gute und flächendeckende medizinische Betreuung in ganz Tirol gesichert. Für ihre Kunden ist die TGKK über das Kundencenter Innsbruck und die zehn Servicestellen in ganz Tirol erreichbar. In den Ambulatorien der Servicestellen Reutte, Wörgl, Schwaz und Innsbruck sorgen hochqualifizierte Mitarbeiter für zahnmedizinische Versorgung. Darüber hinaus kümmern sich im Haus der Gesundheit in Innsbruck 48 spezialisierte Mitarbeiter um die Bereiche Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie.